Woran erkennt Google die Relevanz von Content?

Warum die SERPS nur einen von vielen Aspekten der Content-Relevanz zeigen:

  • Schnell kommen viele mit einer Definition um die Ecke, die in etwa heißt: „Wenn es eine geringe Abbruchrate gibt, weil ein Besucher findet, wonach er gesucht hat, dann ist wohl relevanter Content vorhanden.“
  • Das tritt nur teilweise zu, weil es sich nur auf jene Menschen bezieht, die schon relativ genau wissen, was sie suchen.
  • Und was ist mit der Relevanz, die sich ergibt, wenn jemand eine Lösung findet, die sein Problem adressiert, nach er aber in Google NICHT gesucht hatte – eine Lösung also, die sich während des Suchvorgangs ergibt?

Mit der semantischen Suche verbindet sich auch der Abschied von linear-kausal konstruierten Relevanz-Hypothesen.
Was heißt das?

„Wenn jemand automatisch gesteuerte Jalousien anbietet, sollte er auf seiner Internetseite möglichst intensiv das Thema automatisch gesteuerte Jalousien behandeln, damit viele Interessenten, die nach automatisch gesteuerten Jalousien suchen, auf seine Internetseite kommen und dort die Jalousien kaufen. Das ist dann relevanter Content, und deshalb ist die Internetseite sicher bald in den SERPs ganz weit vorn.“

Möchte man meinen, ist aber nur eine Hypothese.

Damit würde man auf triviale Weise davon ausgehen: Jeder weiß von der Existenz automatisch gesteuerter Jalousien, und deshalb braucht man an die Angel nur diesen Wortwurm zu hängen, fertig.

Eine intelligent aufgebaute Suchmaschine wie Google führt nicht nur die Interessenten an automatisch gesteuerten Jalousien zu einem guten Jalousie-Online-Shop, sondern auch solche, die sich mit Themen wie Abwesenheit im Urlaub, mit Tag-Nacht-Rhythmus, altersgerechte Wohnung, behindertengerechtes Bauen usw. befassen.

Sind auch diese Aspekte in einer Website zu automatischen Jalousien enthalten, wirkt der Content – nun ja: holistisch, also das Thema in seiner Gesamtheit und Universalität behandelnd.

Ein wirklich relevanter Inhalt ist mit einem Aha-Erlebnis verbunden

Wer die Relevanz eines Textes in Verbindung mit Bildern und Interaktionsmöglichkeiten verstehen möchte, sollte sich Gedanken über die Gedanken der Menschen machen, die vor einem Dilemma stehen, ein Problem ausgemacht haben, dessen Lösung sie sich erho en.

Wer intelligente Wesen zu einer Lösung führen möchte, muss ihre Thematik verstanden haben, ihre wahrscheinlichen bisherigen Lösungsversuche identifizieren und auf der Internetseite benennen.

Es ist davon auszugehen: Menschen wiederholen auch bislang ergebnislose Suchen immer wieder, bis sie an Ziele kommen. Insofern beginnt ein Inhalt bereits dann relevant zu werden, wenn er dem Sucher zeigt: Ja, so weit war ich auch schon, aber hier geht es weiter.

Wenn sich jemand auf dem Weg zur Lösung begleitet fühlt, dann erlebt er Relevanz, dann ist der Mensch auch mal bereit, lange Texte zu lesen und eine vielschichtige Menüfüh-rung und interne Verlinkung abzuarbeiten, bis er als Jäger und Sammler genug Relevanz wahrgenommen hat, um zu sagen:

Danach hatte ich gesucht, dies ist meine Seite, diese Internetseite hier empfehle ich weiter.

Die Relevanz von Inhalten entsteht live in den Suchprozessen, in den Köpfen der Menschen

Relevanter Content ist nicht auf Formeln oder SEO-Techniken reduzierbar, die spätestens nach dem nächsten Algorithmus-Update in Teilen oder ganz überholt sind.

Die Relevanz von Inhalten ist ein Wert, der individuell in jedem Suchvorgang linear und durchaus auch exponentiell ansteigen kann, wenn die Suchenden mit hilfreichen Assoziationshilfen von einem Punkt weit draußen auf dem Ozean der Ahnungslosigkeit (keine Ahnung zum Beispiel von einem Weg, der zu einer Lösung führen kann) Land am Horizont sehen, z. B. eine Inselgruppe von Landing Pages, über die sie zu einem Festland (Website mit relevantem Inhalt, weil ersehnter Lösung) kommen, das ihnen ein Gefühl gibt ähnlich dem des Archimedes in der Badewanne.

Was wir von Archimedes hinsichtlich Relevanz von Inhalten lernen können

Die Überraschung, die Archimedes erlebte, als er das Prinzip der Verdrängung erkannte, war deshalb so groß, weil er sich nicht auf exakt ein Ergebnis festlegte, sondern Unschärfe zuließ.

Er suchte nicht nach dem konkreten Ergebnis (Verdrängung), sondern ließ seine Gedanken schweifen. Dabei passierte es dann, dabei lief die Lösung als Wasser aus der Badewanne – und die Erkenntnis zu ihm über. Heureka. Das war Relevanz pur.

Von Archimedes lernen heißt: von Archimedes‘ Suchmethode lernen und optimale Badewannenbedingungen schaffen, unter denen sich die Suchenden im Netz Zeit nehmen, sich mit einer Internetseite zu befassen (Bounce-Rate senken), zu dieser Seite wiederkommen und sich am Ziel wissen.

Google, Archimedes und die Relevanz von Inhalten

Wollte man den Google-Algorithmus auf eine abstrakte Form reduzieren, so wäre diese Hypothese denkbar:

  • Google rechnet sich immer mehr – auch – jenen Menschen entgegen, die ein Dilemma, ein Problem erleben, aber keine Ahnung haben, wie eine Lösung aussehen kann bzw. ob es überhaupt eine Loösung geben kann.
  • Google holt die Menschen weit draußen auf dem Ozean ihrer Orientierungssehnsucht und ihrer Irrfahrten auf der Loösungssuche ab.
  • Es wird immer wichtiger, sich auf kreative Weise mit der Assoziationsfaähigkeit und dem Tempo des menschlichen Gehirns zu befassen, auf Lösungssuchen Haken zu schlagen, Umwege und extreme Abkuürzungen zu gehen.
  • Google goes brain. Da sollte der moderne Mensch nicht hinterherhinken.